Moderne Kaffeefahrt – Krebscharity

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Am Samstag, dem 18., gings in persona auf ein Event der „Blogger4Charity“ (B4C).

Aufmerksame Leser, Bloggerfreunde, heimlich über den Gartenzaun blinzelnde kennen die Gruppe von Mädels bereits, ebenso meine Meinung dazu und fragen sich womöglich:

Warum geht der da hin?

Es ging mit der Bekanntgabe des nächsten Events los und das selbiges in Berlin stattfinden soll. Statt stets rumzunörgeln, wollte ich mir selbst ein Bild machen. Da es dann auch noch vor der Haustür stattfindet hatte ich mir kurzerhand zwei Tickets gehamstert. Die liebe Uta hatte dann das übrige Ticket zugelost bekommen und so haben wir uns auf den Weg gemacht.

Das Event:

Bereits auf dem Hinweg haben wir die Vorurteile über Board geworfen und sind als durch und durch neutrale Besucher in die heiligen Halle C des alten „E-Werks“ eingeritten.
Wer Uta , ihre Geschichte oder gar ihren Blog noch nicht kennt, hier ein kurzer Umriss:
Sie selbst ist Brustkrebspatientin, Autorin und hat sich bereits in der Vergangenheit des Öfteren für Brustkrebspatientinnen stark gemacht – tut dies nun auch für andere Krebsarten bei Leafly. Ebenfalls von Vorteil, Sie hat schon 2014 mal über Charity-Events gebloggt.

Los ging es dann gegen 13 Uhr mit Einlass und rosa Armbändchen – ein erster Hinweis.

In der Halle C erwarteten uns dann eine vielzahl an kleinen Ständen. Schmuck, Make-Up, Friseur, Beautyprodukte und auch ein Tattoowierer war vor Ort. Bei letzterem konnte man sich kleine Tattoos stechen lassen.

So bot der kleine Marktplatz u.a. Produkte einer Drogeriekette (Müsliriegel, Kekse und ähnliche (teils) Bio-Nahrungsmittel), Schmuck (Ketten, Ohrringe, … ), Informationen zur DKMS / Junge Erwachsene mit Krebs, Eis eines in Berlin ansässigen Herstellers, einen kleinen Friseursalon der parallel zwei Kunden bearbeiten konnte, ebenso wie einen Stand an dem man sich professionell schminken / dazu beraten lassen konnte. Vor der Tür wurde mit einem Burgerstand und  kleinem Café-Stand für unser Wohl gesorgt.

Der erste Eindruck

Ich bin hier fehl am Platz, aber werde mir das dennoch anschauen – immerhin wurden 12€ je Ticket bezahlt.

Uta und ich hangeln uns daher gemächlich von einem Stand zum nächsten und bleiben am Schminktisch stehen. Sie wollte die junge Dame an ihrem noch leeren Stand nicht weiter der tristen Einsamkeit überlassen also rüber und hingesetzt.

Hier ein kleiner Vorher/Nachher Vergleich.

Für Bewertungen bin ich leider der falsche Ansprechpartner, denn ich finde, dass Uta auch vorher schon gut aussah. 😎

Unsere Tapferkeit wurde anschließend mit einem Schminktäschchen, gefüllt mit Utensilien für den alltäglichen Bedarf enthält, belohnt. Jetzt muss ich also neben duschen, Zähne putzen, rasieren auch noch Raum für meine wunderschön goldglänzende Goodiebag schaffen. Mal sehen, wo meine sechs professionellen Farben für perfektes Contouring, Strobing, Baking, Draping, das Rouge Powder, der metalmatte rote Lippenstift sowie mein Buffer-Pinsel im Bad landen werden. xD Sollte ich Montag auf Arbeit negatives Feedback erhalten oder es ausreichend Interesse eurerseits geben, gibt es das Paket (zusammen mit Überraschungs-Merch meinerseits) demnächst Ebay. 🙂

Am nächsten Stand wurde Uta hellhörig, denn dort gab es Cremes und wohl dazu passende Gummigeräte:Diese handlichen, gummierten Dinger mit kleinen Noppen drauf (kein Sexspielzeug!) konnte man in Preisklassen von 39,99 bis zu 199€ vor Ort erwerben. Auf die Frage, ob diese denn in Kombination mit der angebotenen Creme auch für die Narbenpflege nach Operationen (Uta dank ihrer Brust-OP ein gutes Beispiel) verwendet könnten folgte Enttäuschung:

„Die sind nur für’s Gesicht.“

Was das dann auf einem Krebs-Charity-Event zu suchen hatte war uns beiden unklar, aber der Nebel des „Was wird das hier?“ lichtete sich allmählich. Wir schnappten uns ein paar überzuckerte Müsliriegel (im Schnitt 13g / Riegel á 30g) und zogen uns in die obere Etage zurück, von wo aus man einen guten Überblick auf das im Erdgeschoss stattfindene Event hatte. Die auf den oberenen Rängen verstreuten Sitzsäcke waren mega gemütlich und generell wurde hier und da mit ein paar Luftballons und anderem Dekomaterial die Location aufgehübscht – schön.

 

Von dort oben konnte man auch erkennen, dass selbst an dem Schmuckstand kein deutlicher Hinweis auf Krebs zu finden war. Dabei wären hier doch z.B. Schleifen als Anhänger oder whatever prädestiniert gewesen, um eine Botschaft nach draußen zu tragen. Fehlanzeige. Stattdessen Einheitsbrei, aber schön – hat die Frau in mir sich zumindest eingeredet.

Es geht los

Die Halle füllte sich und die nach Berlin gereisten Akteure von Blogger4Charity versammelten sich auf der Bühne.

Es gab ein kurzes Intro zur Vorstellung, ein Dankeschön an alle Anwesenden und dann wurde auch schon das erste Mal gesungen, denn zum Einlass bekam jeder eine Karte. Auf der Vorderseite die Lyrics zum mitsingen, auf der Rückseite Platz für eine Frage getreu der Vorgabe „Welche Frage wolltest du dem Team und den Unterstützern von Blogger4Charity schon immer mal stellen?“. Diese Zettel sollten dann abgegeben und im Laufe des Tages live beantwortet werden.

Auf den Gesang folgte aus meiner Erinnerung ein weiterer musikalischer Beitrag, ehe sich Uta und ich draußen dem Burgerwagen widmeten. Mit unseren Burgern auf dem Schoß saßen wir abseits des Geschehens und lernten zwei junge Damen kennen, die wohl auch nicht so ganz begeistert waren. Eine von Ihnen hat erst kürzlich ihre geliebte Oma verloren, engagiert sich in der Palliativpflege und hat auch schon bei den selbstgenähten Herzkissen tatkräftig mitgeholfen. (Herzkissen? Einfach mal hier oder hier nachlesen 🙂 ) Die Burger waren aufgegessen, ich hatte wieder ein glückliches Gesicht und wir haben wieder die Sitzsäcke mit Aussicht aufgesucht.

Wieder zurück in der Werkshalle

Zwei Verteterinnen (DKMS und DKMS Life) sprachen auf der Bühne und stellten die jeweilige Organisation vor. Selbstredend sind beide den Mädels von Blogger4Charity zu tiefstem Dank verpflichtet, wird doch mit der Reichweite der Instagram-Mädels gleichzeitig auch die Reichweite der DKMS ‚erweitert‘.

Mit dem Auftritt der beiden Damen und einem kurzem Blick in das Programm der DKMS LIFE lüftete sich sodann auch der letzte Nebelschleier:

„Die DKMS LIFE gemeinnützige GmbH hat es sich mit dem Patientenprogramm look good, feel better zur Aufgabe gemacht, Krebspatientinnen Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit den äußeren Veränderungen während der Therapie anzubieten, um ihnen ein neues Selbstwertgefühl und Lebensqualität zu schenken: In kostenfreien Kosmetikseminaren erhalten betroffene Mädchen und Frauen professionelle Tipps zur Gesichtspflege und zum Schminken sowie zum Thema Kopfbedeckung.“

Ganz großes Kino. -_-

Wir leben bereits in einer Gesellschaft, in welcher es (auch dank der zu mind. 412% authentischen Influencer) für junge, wie auch erwachsene Menschen so viele Probleme mit dem eigenen Äußeren gibt, dass einem hier dann als Krebspatientin auch noch eingetrichtert wird:

Look Better Feel Better?

Sollte man nicht mit sich und seiner selbst im Reinen sein? Dann strahlt der Mensch doch von innen heraus und kann auch Anfeindungen standhalten. Alles andere wäre doch nur Fassade, die vielleicht helfen kann, aber keine Dauerlösung ist. Vielleicht sehe ich das als Mann auch einfach viel zu oberflächlich. Hätte ich die Wahl, würde es sowieso: natürlich > Make-Up lauten.

Mit all dem im Hinterkopf erklärt sich dann auch die anwesende Zielgruppe von ca. 95% weiblichen Besucherinnen und davon ca. 75% U30.

Nach dem Vortrag der beiden Organisationen verabschiedete Uta sich und ich wollte tapfer bis zur Fragerunde warten, immerhin haben die Mädels (oder wer auch immer das alles organisiert hat) sich ja auch Mühe gegeben.

Es folgten also weitere Gesangsperformances, ein halbnackter männlicher Seilakkrobat vom Berliner Varieté und danach weitere Songs. Kurz noch die traurige Geschichte einer jungen, bereits verstorbenen, Krebspatientin vorgestellt:

Luna hatte sich an eine aus dem Kreise der Blogger4Charity gewandt und von Ihrer Geschichte berichten wollen. Leider sei sie aber noch zu jung damit begründet wurde ihr Instagram verboten. So blieb Luna die Chance verwehrt, wie ihre Vorbilder, ihre Geschichte auf Instagram verbreiten zu können. Vor dem Auftritt einer Singer/Songwriterin wurde dann ein weiterer Song in Gedenken an Luna vorgetragen. Dazu noch der Hinweis, dass es womöglich bald Merchandise für Luna geben und der Erlös zum Teil an die Mutter gehen wird, da diese nur Teilzeit arbeitet.

Die darauf folgende Aussage, dass wir ihr ja alle wissen, dass eine Krebserkrankung und die Begleittherapien sehr teuer sind, fand‘ ich (mit meinen Erfahrungen zu Widersprüchen, Behandlungsverträgen oder Alternativen Behandlungsmöglichkeiten) dann allerdings wieder bedenklich. Natürlich gibt es bestimmte Begleittherapien, die teils auch schweineteuer sind und nicht von der Krankenkasse übernommen werden, aber gerade in diesem bis dato doch sehr oberflächlichen Rahmen mit jungem Publikum klang es so, als wäre nur mit Geld eine Heilung zu erwarten.

Es folgten weitere Songs, unterbrochen von einer Danksagung an alle Anwesenden und der Info, dass reichlich Merchandise verkauft wurde. Alles fließt in die Initiative, unterstützt die Mädels und ermöglicht weitere Aufklärung und dann begann endlich die Fragerunde, die ich hier mal aus dem Gedächtnis wiedergebe:

Wie kann man euch, neben Spenden, unterstützen?

Indem die Mädels beim Wachstum an Reichweite unterstützt werden, dabei vorderrangig die Vergrößerung der Reichweite in den sozialen Medien, durch Nutzung von vorgegebenen Hashtags etc.. Oder aber selbst Werbung machen und die Gruppe/Aktion/deren Mitglieder auf Instagram berühmt werden lassen. Andernfalls kann man auch gern mit Ideen auf sie zukommen und so mögliche Events oder Aktionen zusammen planen.

Wie wurde b4c gegründet und was sind eure Beweggründe?

Erst in kleiner Gruppe miteinander geschrieben, dann mal getroffen und die Entscheidung gefällt, sich für krebskranke einsetzen zu wollen. Die Initatorin wurde nochmals hervorgehoben, ebenso wie die schönen Momente zu Beginn der Gründung, als alles noch so neu war.

Die Beweggründe wurden nicht nochmal explizit erläutert.

Es folgte eine Notiz für alle Anwesenden, dass es im nächsten Jahr wohl ein B4C Festival geben wird (1-2 Tage) auf dem sie sich dann sagen wollen: „Krebs du kannst mich mal..“ und damit den Krebs für die Zeit des Festivals durch tanzen und feiern vergessen wollen.

Kann ich auch nicht nachvollziehen, denn für mich gehört Krebs beinhae täglich zum Leben dazu. Morgens beim Antiepileptikum einnehmen, im Bad beim Blick in den Spiegel auf die Resektionshöhle am Schläfenlappen oder die schief verwachsene Stelle an der Stirn etc. aber es bestimmt nicht meinen Tag. Da ich mich damit auseinandergesetzt habe fließt es eher wie ein Begleiter (kennt ihr noch die alten „Casper“-Filme? ;D) neben mir her. Daher kann ich dem auch nicht’s schlimmes abgewinnen. Im Gegenteil. Hat mir die Krebserkrankung ja erst die Augen für die wirklich wichtigen Dinge geöffnet und neuen Umgang mit dem Leben aufgezeigt, für viele neue Gesichter in meinem Leben gesorgt und ich darf jetzt die großräumigen Behindertentoiletten nutzen. <3

Meine Fragen

Zurück zur Veranstaltung, die sich dem Ende neigte und daher wollte ich noch schnell beim einzigen Krebs-Infostand (DKMS bzw. der deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs (gestiftet von der DGHO)) meine Fragen loswerden:

„Warum heißt es ‚look good feel better‘ und nicht ‚feel good look better‘? Und warum ist alles so auf’s Aussehen reduziert?“

Die Reihenfolge sei schon richtig, ich kenne das ja als Mann auch, da ich ja heute auch keine Klamotte angezogen habe, in der ich mich nicht wohlfühle würde.

Woraufhin ich sofort widersprach, da ich selbst auf Arbeit angesprochen werde, ob ich meine Klamotten heute blind ausgewählt hätte. ;D

Weiter hieß es dann, dass ich ja jetzt nicht im Blaumann oder Kleidung, die mir nicht zusagen würde, zu dem Event gegangen wäre.

OK, Kleidung spielt schon mal eine Rolle bei den Mädels und deren Zielgruppe: look better!

Ergänzend kam noch hinzu, dass bei Frauen, so sagte man mir, über der Kleiderfrage noch das Aussehen steht, wie z.B. Haare, Make-Up, weil man sich damit sicherer und wohler fühlt.

OK, daher kommt das feel better!
Kurzum: Die Fassade muss also passen.

„Ist das nicht ein wenig klischeehaft?“

In gewisser Hinsicht schon, aber es spielt bei Frauen eben auch eine gewichtige Rolle.

Ok, man bedient sich halt Klischees – clever aber zulässiges Marketing.

Ich berichte von den mir bekannten Krebspatientinnen (u.a. Multiple Sklerose, Brustkrebs, Hirntumor, Liposarkom, …) und gestehe, dass mit bestimmten Erkrankungen bestimmt auch das Selbstwertgefühl gekränkt werden kann, aber wenn man sich mit der Erkrankung und seinem Körper auseinandersetzt doch keine Make-Up-Fassade von Nöten sei und werfe noch kurz ein, dass die Veranstaltung ein wenig oberflächlich daherkommt.

Die Stiftungen können nur mit deren Fähigkeiten (je nach Besetzung) arbeiten und Reichweite erzeugen. Da kann kein Autor einen Arzt, keine Journalistin eine Krankenschwester ersetzen oder ähnliche Beispiele wurden aufgeführt. Da kommen die Influencer gerade recht mit ihren Krankengeschichten gerade recht. Sie helfen über den Weg, der ihnen liegt.

„Aber wem ist denn jetzt damit geholfen?“ (ich altes Blauauge bin doch glatt davon ausgegangen, dass die Besucher bei einem Krebs-Event einen Hauch an Krebs-Input erwarten)

Ganz klar den Stiftungen, da diese mehr Zulauf bekommen und ergo mehr Menschen beraten können. Ja, ein wenig Oberflächlich.

Oberflächlichkeit wieder als Marketinggag für die Mitgliederaquise.

Es driftet immer mehr in Richtung Oberflächlichkeit!? Ist doch kacke.

Ja, aber damit kann man dann wieder Brücken bauen, zu Menschen, die sonst nie zu einer Beratungsstelle gegangen wären oder um diese im Herzen zu erreichen.

Ok, Oberflächlichkeit gepaart mit rührenden Storys, um zu sehen wie gut es einem geht, oder wie andere mit gleichem Schicksal umgehen…

„Dafür brauch ich aber kein Glätteisen. ;)“

Das ist eine Brücke, um die Leute erstmal heranzuholen.

„Schon alles sehr feminin hier oder?“

Ja schon sehr daran orientiert, aber mit den Spenden (durch z.B. dieses Eintrittsgeld). Damit können dann widerrum schöne Projekte effektiv realisiert werden.

„Es ist eine große Bühne, warum kommen keine Fachleute zu diesem Event?“

Naja die Leute die hier sind, wollen natürlich schon den bunten Event haben. Bei Infotagen erwarten dich dann eben Informationen.
Heutzutage muss man den Leuten die Hand reichen, wenn auch oberflächlich, um sie zu erreichen.

OOK, Stiftungen die auch auf junge Leute abzielen, haben scheinbar Defizite in der Erreichbarkeit der eigens angestrebten Zielgruppe.

Passendes Zitat zu dem Gespräch:

Man sollte nie seine beste Hose anziehen, wenn man hingeht, um für Freiheit und Wahrheit zu kämpfen.(Henrik Ibsen (1828 – 1906))

 


Fazit:

  • Wir waren auf dem Charity-Event der blogger4charity oder wie ich es fortan nenne: modernisierte Kaffeefahrt. Sorry.
    Es gab Kaffe, Kuchen, Verkaufsstände, Singsang, wenig bis (für mich als Mann) garnichts informatives. Statt ein unnützes Haushaltsgerät finanziert man hier allerdings die Blogger und deren ausgewählte Stiftungen (oder wen auch immer, denn es werden keinerlei Spendenerträge / Verteilungen offengelegt). Es wurde halt einfach eine Menge eingenommen.
  • Klar wurde sich viel Mühe gegeben und alles irgendwie schön organisiert, aber von einem Charity-Event für Krebspatientinnen hätte ich mehr erwartet.
  • Sumsumma summarum wäre es gut, wenn die Gruppe umfirmiert in „Instagramerinnen4Ladies“ auch um Missverständnisse (w/m) aus dem Weg zu räumen.
    • Warum noch?
      • Es hatte, für mich als Kerl, keinen Mehrwert;
      • Die Verteilung der Einnahmen passiert, irgendwie, vielleicht… andere Events sind da kommunikativer – auch hier wieder meine Erfahrungen im Hinterkopf;
      • Ich habe nicht einen für Blogger relevanten Beitrag gesehen (außer man zählt die Summe von geschätzt täglich >100 der Stories aller B4C-Akteure als VLog). Bloggen ist für mich das Verfassen von Texten / Inhalten mit zumindest einem Hauch an Mehrwehrt. Das steht in keiner Relation zu den meist 10-sekündigen „ich bin gerade aufgestanden“-/ „hier bin ich mit Kleidung von XYZ“-/“ich fahre von a nach b“-Instagramvideos;
      • Die vielerorts beschworene Authentizität ist meist nur heiße Luft, da die  Socialmedia-Accounts (Instagramstories ausgeklammert) in der Regel mit Fotos beladen werden, die vorab mit Photoshop sublimiert werden (Beispiel? Hier einfach mal genauer hinschauen – oder gleich zur 10:37min springen, sry wenn ich jetzt die Tricks der Magier verraten sollte, aber da steckt mehr Arbeit dahinter, als nur mal eben auf dem Handy einen Fliter nach links/rechts zu wischen ;D )

 

Alles in allem war es aber ein schöner Tag mit vielen lieben Leuten, bei bestem Wetter, gutem Essen/Trinken. Ein paar Videos habe ich gerade noch zusammengeschnippelt, bin selbst nicht mit zufrieden, aber dann hat man auch mal etwas audiovisuelles vorm Gesicht. 🙂

Rückblickend konnte ich mal wieder meinen Horizont erweitern, sehen was ich, ehrlich gesagt, bereits erwartet hatte.

Der Keim, etwas eigenes zu starten, begann nach Event Wurzeln zu schlagen, dafür bin ich den Blogger4Charity und der DKMS sehr dankbar. <3

22 Gedanken zu „Moderne Kaffeefahrt – Krebscharity

  1. Guter Beitrag, jetzt habe ich endlich gerafft, was es mit Blogs4Charity auf sich hat… schräge Nummer, aber ich bin ja auch sch Ü30 und muss das niht verstehen. Aber selbstsicher scheinen die Mädels ka zu sein.
    Offtopic: du erwähntest in deinen Posts nur ganz kurz was von einer WG, seitdem bin ich neugierig auf mehr Info. Ist bei dir jemand eingezogen? Und falls ja, wie läuft’s?
    Gruß Julia

    1. „Blogger4Charity“ < - das ist ja der Witz 🙂 Joa selbstsicher und keine Scheu auch Mal Lieder auf der Bühne zu trällern 😁✌ Meine WG muss noch warten, ich habe Ende dieser Woche meinen ersten zeitlich begrenzten Gast. 😂👍 Wenn es los gehen sollte, erstatte ich natürlich Bericht. Grüße Erik

  2. Ihr macht das super ich gerade voll neben der Spur. Nächste Nachsorge steht an . Brust re. Völlig fertig. Und wenn ich euch lese , bin ich ein Weichei. Bin ist Krankenschwester. Aber Ärzte u Schwestern sind sie slimmsten. Und ihr alle die Besten u so tapfer!!! Drück euch alle ganz lieb! 🍀🍀🍀

  3. Hi Erik,

    jetzt muss ich mich doch auch mal zu Wort melden. Lese deinen Blog hier schon lange mit und finde deine Texte und auch den Inhalt immer super 🙂 Würde gerne etwas zu dem Event über das du hier schreibst sagen. Vorab: ich war selbst nie dort und verfolge das Ganze nur über Instagram und irgendwelchen Storys. Ich finde allerdings du urteilst ganz schön hart über B4C. Man kann von dem Ganzen Werbekram halten was man will, aber eines ist sicher: Das Event trägt zur Aufklärung bei und hat schon hohe Summen an Spendengeldern eingenommen. Alleine vom letzten Event konnten 2 x 3.000€ an die DKMS bzw. eine andere Stiftung für Krebs junger Erwachsener gespendet werden. Du kritisierst, dass es nicht genügend Informationen zum Thema Krebs an diesem Tag gab. Das kann gut sein, wobei du auch bedenken musst, dass dieses Event nie als Informationsevent oder Sonstiges ausgeschrieben wurde. Ich denke wer sich Informationen zu diesem Thema erhofft, geht eher zu Veranstaltungen wie z.B. der Hirntumorhilfe, wo dann auch Ärzte etc. vor Ort sind. Letztendlich ist es ja auch egal welche Verkaufsstände vor Ort waren, ob jetzt Schmuck, Schminke, Tattoo oder irgendwas anderes. Fakt ist, die Leute haben dort gekauft und der Erlös wurde gespendet. Und das ist doch eine super Sache! Außerdem finde ich es auch bedenklich, dass du die DKMS Life so kritisierst. Klar, kommt es als Krebspatient/in vor allem auf wichtigere Dinge als äußere Erscheinungsbild an. Aber gerade dann, wenn es dir aufgrund von schlechter Prognosen und sämtlichen Nebenwirkungen, evtl irgendwelchen Verlusten eh schon sehr schlecht geht, finde ich es absolut legitim sich ein Stückchen Normalität durch äußere Umstände einzuholen. Sei es eine Perücke, durch die man von starrenden Blicken verschont wird, oder durch irgendwelche Schminke, durch die man nicht Aussieht wie der wandelnde Tot. Es wird so viel von einem abverlangt, da ist es meiner Meinung nach keine Schande sich das ein oder andere durch ein paar einfache Tricks zu ersparen (und machen wir uns nichts vor, gegafft wird immer). Wenn man sich selbst in seinem „nackten“ Körper ganz ohne Haare wohl fühlt, ist das natürlich am allerbesten. Allerdings trifft das glaube ich für die wenigsten Krebspatienten/innen zu.

    Eigentlich will ich nur sagen, dass ich es Schade für die Gründerinnen fände, die sich wirklich so sehr für eine Herzensangelegenheit einsetzen und ihr Bestes geben… von einigen Leuten schlecht geredet oder permanent kritisiert wird. Es gehört eine Ganze Menge Mut dazu, so etwas auf die Beine zu stellen und klar, wird es immer etwas geben dass es zu kritisieren gibt. Aber in erster Linie ist die Botschaft, der Grundgedanke und die Menge an Spendengeldern die Zusammengekommen ist super. Und über den Kontent mancher Insta Ladies will ich nix hören 😀 Du hattest heute in deiner Story wie du auf dem Klo sitzt“!!!! 😛

    Generell bin ich dafür das Leben nicht allzuschwer zu nehmen. Wenn es künftig ein Event mit rosa Luftballons und bisschen Schmink Tipps zum Thema Krebs gibt und sich deswegen mehr zur Krebsvorsorgen melden ist doch schon viel gewonnen.

    Bin allerdings auch auf dein „was eigenes starten“ gespannt und hoffe du kannst damit auch viel erreichen. Werde dich auf jeden Fall tatkräftig unterstützen!

    Cheers

    Chrissy

    1. Liebe Chrissy, ich war mit Erik dort und meine Erlebnisse decken sich zu 100% mit seinen. Ja, es ist toll, dass es überhaupt eine solche Veranstaltung gibt, doch auch ich bin der Meinung, dass die Stände hauptsächlich thematisch passen sollten (z.B. Narbenpflege statt Gesichtspflege oder Schmuckschleifen beim Schmuckstand), damit die Veranstaltung nicht zum belanglosen Meet&Greet verkommt. Auch halte ich es für wichtig, Projekte vorzustellen oder Stände zu haben, auf denen sich Blogger selbst informieren können – zum Beispiel gute Literatur zur Verbesserung des Schreibstils, zur besseren MultiMedia-Verknüpfung oder die Informationen der VG-Wort. Es gibt auch tolle Kunst-Projekte, die man gut hätte integrieren können. Eine richtige Diskussionsrunde wäre interessant gewesen auch Flyer mit Vorsorgeanregungen. Natürlich sind Schminkstände ok, Perückenstände hätte ich auch gut gefunden, sie waren aber nicht da.
      Ich finde es wirklich sehr problematisch, wenn ein Thema wie Krebs nur oberflächlich behandelt wird. Dafür ist es zu vielschichtig und zu wichtig.
      Und ich kann ganz klar sagen, dass ich mich in der Chemo mit Schminke nicht wirklich besser gefühlt habe, als ohne. Aber eines kann ich klar sagen: ich saqh immer besser aus, wenn ich mich – ob physisch oder psychisch – besser gefühlt habe. Denn echte Schönheit kommt für mich von innen.
      Liebe Grüße
      Uta

  4. Lieber Erik, ich habe gerade den Artikel über dich im Kurier gelesen und er hat mich tief berührt. Du machst es genau richtig. Nichts ist so stark wie dein Glaube. Du wirst es schaffen!!! Denke daran, du hast zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du begreifst, dass du nur eins hast. Ich hatte auch große Probleme und wollte nicht mehr leben, aber ich habe es auch geschafft. Heute nachmittag kommen meine Söhne ( einer heißt auch Eric), ich freu mich so und bin stolz darauf, wie du deine Erkrankung annimmst und meisterst. Deine Susanne

    1. Liebe Susanne 🙂
      Vielen Dank! <3 Und welch' wahre Worte (mit den zwei Leben ^^)
      Ich wünsche dir und deinen Söhnen auch alles Gute & jetzt ein schönes Wochenende. 🙂

  5. Ich bin fassungslos über deinen Blog Beitrag.
    Die Mädels von Blogger4Charity verdienen mit all den Events usw nicht einen Cent.
    Im Gegenteil die Gründerin hat für das erste Event weit über 13.000€ investiert.
    Jeder Euro der reinkommt, geht die Stiftungen raus.
    Bisher wurden knapp 30.000€ eingenommen und blogger4charity hat jeden Überweisungsbeleg geteilt auf Instagram und jede Stiftung mit denen Sie zusammengearbeitet haben hat dies ebenfalls geteilt.
    Beim Berliner Event war es bewusst so das die Teammitglieder die Thematik nicht auf die Aufklärungsarbeit gelegt haben weil die Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und die Dkms Life vor Ort waren.
    Da sollten man sich die Informationen holen.
    Es ist eine Frechheit das so zu darzustellen als wäre all das ein Witz!
    Die Gründerin ist schon selber 2 durch dieae Krankheit gegangen und will anderen Menschen Mut machen. Blogger4Charity ist soviel mehr als das was du hier schreibst. Mir haben sie so sehr geholfen und haben mich im Krankenhaus besucht und ein top Arzt für mich gesucht usw. Sowas teilen sie nicht auf Instagram weil es für die Mädels selbstverständlich ist!
    Du solltest dich vllt mal mit der Gründerinnen auseinandersetzen!
    Lg Chrissi

    1. Hey Chrissi,
      ich kann deinen Unmut verstehen & danke dir für den kritischen Kommentar zum Beitrag. 🙂
      Das die Mädels mit dem Event selbst nichts verdienen mag sein, immerhin pushen sie damit ihre Reichweite und profitieren / verdienen so auf anderen Wegen damit (abseits vom Blogger4Charity) was aber vollkommen legitim ist und nie zur Debatte stand. (:
      Ich habe das Event lediglich aus meiner Sicht beschrieben und hatte ja selbst eine Brustkrebspatientin an meiner Seite. Damit wollte ich mir ein Feedback einer Frau einholen, da du zugeben musst, dass schon sehr die weibliche Zielgruppe ansteuert.
      Das die Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und die Dkms Life vor Ort waren stimmt, habe ich auch nicht unterschlagen, lediglich deren eingeschränkte/nicht genutzte Möglichkeiten angeprangert.
      Ferner habe ich das Event an keiner Stelle als „Witz“ abgestempelt, lediglich kritisch betrachtet und gar den Mädels meinen Respekt gezollt – vielleicht hast du den Beitrag nicht in Gänze gelesen.
      Und glaube mir, ich beschäftige mich mit vielem, worüber ich so schreibe. Nach dem, was ich über Natalie auf der Event-Seite gefunden hatte, ist sie ebenfalls Krebspatientin, aber vielen Dank für die Info mit den zwei Erkrankungen.

      LG nach Baden-Württemberg & vielleicht bis zum nächsten Event =)

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