Bildungsauftrag: Nukleinbasen – Krebs-Durchbruch?

Kategorien Logbuch / Tagebuch, Nukleinsäure, Tipps

Irgendwie geistert der Beitrag schon länger als Entwurf vor sich hin, aber da mir letztens gesagt wurde, dass das geübte Auge erkennt, wann ich mir Mühe / Zeit für einen Artikel nehme oder eben nicht: 3x darfste raten ;D

Robert (übrigens wieder auf dem Markt ;)) hat mich letztens auf einen Artikel hingewiesen (Link am Ende) welcher mich zu dem Beitrag animierte und da wir zu meiner Mutti wollten hatte ich im Auto schon das Display vom Handy vergewaltigt und erste Infos gesammelt ^^

Seit mehreren Jahrzehnten wird nämlich an Nukleinsäuresequenzen geforscht – keine Angst, hab ich auch nicht gewusst ^^ (wird frecherweise auch mit keiner Silbe im aktuellen Sportstudio erwähnt, wie soll man das also wissen -.- ^^). Für den Fall, dass ich den Faden verliere oder die Leserschaft sich wieder erschlagen fühlt, habe ich dreist ab und zu ein „Zwischenfazit“ eingebastelt, das macht das Ganze einfacher und man spart sich die ellenlangen Ausflüge in die Medizin. Wer eh nichts besseres zu tun hat: Gönnt‘ sich halt den gesamten Text. ;D

 

Was sind Nukleinsäuresequenzen überhaupt?


Das sind ganz kleine (wir sprechen hier von Makro…) Zusammensetzungen im Organismus, die gern mit einer Perlenkette veranschaulicht werden – um mal ein grobes Bild davon zu malen. Jede Perle ist dabei ein Nukleotid, dass genetische Information enthält und sich auf einem Strang (einer Kette) bewegt und dabei Erbinformationen verarbeitet. Auch ohne dröölf Semester Medizin hat womöglich jeder schon etwas von der Desoxyribonukleinsäure (oder auch DNS/DNA) gehört. ? ? Richtig, irgendwas mit Erbgut / Erbinformationen.

Diese (Perlen-)Ketten setzen sich abwechselnd aus Alkylphosphaten- und Einfachzuckermolekülen zusammen.

Wenn man so eine Perlenkette genauer betrachtet, sieht man, dass an jeder dieser Einfachzucker-Perlen noch eine Nukleinbase hängt. In der DNA und RNA zusammen gibt es vier verschiedene Nukleinbasen (Guanin (G, oder Gua), Adenin, Cytosin und Thymin).

Nukleinbase

Diese Basen kann man sich wie eine Art Kleber vorstellen, der Brücken (u.a. zwischen den einzelnen Perlen der Kette oder Enzymen, die andocken wollen) bilden kann. Damit ist sichergestellt, dass die Perlen reibungslos auf der Kette wandern und ihre Erbinformationen verarbeiten / Ihre Aufgaben weitergeben können. Andernfalls kann dieser Kleber aber auch dafür sorgen, dass die Perlen irgendwo gestopp und damit die Erbinfos / darin gespeicherte Aufgaben nicht korrekt im Körper kommuniziert werden können.

Hier geht es dann richtig in die Materie, aber wie man sich vorstellen kann, wollen die Perlen sich flüssig auf der Kette bewegen und einen ordentlichen Job abliefern, wenn der Kleber aber den Weg verstopft kommt es zum Stau und Problemen.

G-Quadruplex

So werden Nucleinsäuresequenzen genannt, die reichlich mit Guanin (dem o.g. Bindemittel) bestückt sind, daher das G in G-Quarduplex 😉 Der Rest vom Wort kommt daher, dass diese Sequenzen in der Lage sind viersträngige Strukturen auszubilden, aber das führt zu weit.


Zwischenfazit:

Nukleinsäuresequenzen sind also winzig kleine Perlenketten, die wie eine Art USB-Stick durch den Organismus wandern und Informationen speichern/hauptsächlich gespeicherte/programmierte Veränderungen Organismus hervorrufen können. Der Stoffwechsel greift zum Beispiel auf Infos von diesen USB-Sticks zurück. Da wird der USB-Stick nach Perlenketten durchsucht, die dem Stoffwechselmann sagen, wie er was verarbeiten soll.

Besonderes Augenmerk sollte man auf den Zustand der Perlenkette legen und genau schauen, dass der Kleber (Nukleinbasen) zwischen den Perlen (Nukleotiden) nicht zu Fehlinformationen führt oder den Körper beim Auslesen der Perlenkette austrickst (Abschnitte unlesbar macht, böse Enzyme andocken lässt, o.ä.).

 

Probleme aus der Praxis


Paradebeispiel sind Stoffwechselerkrankungen, hervorgerufen durch mutierte Enzyme, Fehlerhafte Verbindungen innerhalb der Perlenketten oder grob gesagt: manipulierten USB-Sticks. ;D Wenn man sich allerdings vorstellt, wie filigran das Konstrukt ist, da ist noch viel mehr möglich.

Beispiele?

  1. Wird z.B. zu viel Guanin vom Körper verstoffwechselt (metabolisiert) kann das zu einer hohen Menge an Harnsäure führen, die dann beispielsweise in der Niere oder Harnwegen auskristallisieren und zu Harnsteinen führen könnte;
  2. Niemand kann zu 100% sagen, wieviele Kohlehydrate, Fette oder Eiweiße der Körper benötigt & wieviel von allem – die Perlenketten auf den USB-Sticks im Körper wissen es genau. So kann eine falsche Ernährung u.a. zu Problemen mit dem Gewicht, der Muskulatur usw. führen – eine Stoffwechselanalyse kann hier genaueres aussagen;
  3. Wenn sich auf dem USB-Stick eine Perlenkette befindet, die beschädigte Informationen enthält und nicht richtig ausgelesen werden kann, können ungewünschte Zellen ins Leben gerufen werden – auch diese Information wird dann fleißig im Organismus verteilt und TZACK haste eine paar Krebszellen im Körper rumgeistern. Ganz klein, aber wie wir alle wissen, können die schnell wachsen. 😉
  4. Da bekommste nach einer Chemo einfach mal 1-2cm² lockiges Haar – ist mir gerade beim Zähneputzen aufgefallen xD

 

Zwischenfazit:

Perlen können auf einer Kette umherwandern und dem Organismus bei Abruf Infos weitergeben. Diverse Kleber (Nukleinbasen, z.B. Guanin) können die Perlenkette „manipulieren“ und zu fehlerhafter Informationsweitergabe und damit Problemen / Erkrankungen wie Nierensteine oder Krebs führen.

 

Der eigentliche Durchbruch


Eine Doktorandin (Caitlin Miron) hat nun eine Verbindung entdeckt, die gut an den G-Quadruplex andockt, welche in erster Linie mit der Entwicklung von Krebs und anderen Krankheiten assoziert wird.

Klar kann man jetzt versuchen die Perlenketten zu reparieren aber der Meilenstein liegt darin, dass mit dem Kleber und der passenden Verbindung auch die Verbreitung von Fehlinformationen verhindert werden kann.

Der Perlen werden beim rumgleiten auf der Kette beeinflusst und können z.B. Fehlinformationen überspringen / nicht weitergeben.

FAZIT:

Mit gezielt eingesetztem Kleber kann verhindert werden, dass sich bestimmte Informationen im Organismus ausbreiten – Krebszellen könnten am Wachstum / der Ausbreitung gehindert werden.


Ernüchterung

Die Forschung ist mit den Erkenntnissen nun einen riesen Schritt voran gekommen, es wird wohl noch 5-8 Jahre dauern, ehe jemand davon profitieren kann. Bis dahin muss das entsprechende Präparat noch genauer entwickelt werden und die kommerzielle Nutzung abgesichert werden. Wisst’er Bescheid 😉

Quelle:

CTV News Beitrag vom 21.11.17

div. Wikipedia-Artikel, duden.de, … ^^

6 Gedanken zu „Bildungsauftrag: Nukleinbasen – Krebs-Durchbruch?

  1. Alter Schwede…das is mal nen Text Erich und das um die Uhrzeit ? ?
    Hab alles verstanden Herr Lehrer und sogar ein Schreibfehler gefunden aber den behalte ich für mich ;D xD

    Woher kommt die besagte Doktorandin und wie heißt sie?
    Hört sich interessant an.
    Grüße und so Clödie ✌

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