MRT 09/2019 – Krebs immer Kampf & MRT-Solarium

Kategorien Logbuch / Tagebuch

Heute ging’s zum MRT und siehe da, ich wurde nicht vor Ort festgenagelt.😁

Bilder sehen jetzt auch nicht so verkehrt aus, kann also gut sein, dass ich doch noch die zweiten 30 Jahre erlebe. 😵😲😜

Wenn das kein guter Start in die Woche ist – Feuer Frei! 😊

Ich bin natürlich wieder in der Röhre eingenickt. Auf dem Heimweg kam mir noch die Idee, warum im MRT nicht eigentlich auch gleich Bräunungslampen integriert werden. 😱

Vom Platzangebot nimmt sich das Teil ja nur marginal etwas im Vergleich zum ordinären Münzmallorca. 😬

Kommste raus, hast den – egal wie er auch immer lauten mag – Befund und bist mit der Farbe „Urlaub“ angepinselt worden.😍😆

Nur Beispielhaft 😆

Könnte wetten, auch die Idee wird mir gleich wieder jemand unterm Hintern weg stibitzen. 😒 siehe Glio-Bullshit-Bingo. 😆

Jetzt heißt’s noch abwarten, was der Doc dazu sagt, aber wenn man sich das obige Resultat mal zu Gemüte führt: Kann mich nicht beklagen. 🐣

Krebs immer Kampf / Patient immer Krieger?

Was mich seit Beginn der Diagnose wurmt und wo ich mich dann doch nochmal beklagen muss:

Warum zur Hölle wird Krebs eigentlich immer mit einem Kampf assoziiert⁉

Bei Kämpfen gibt es stets einen Verlierer und einen Gewinner, meist ist der Krebs am Ende der „strahlende“ Sieger und der betroffene Patient der Loser.

Zuletzt brachte mich wieder ein Fundstück aus dem Netz auf den Pfad des„Nicht jede Krebserkrankung sollte zwingend als Kampf / Krieg stigmatisiert werden!“ Denkens. Vielleicht fühlt sich auch nicht jeder damit wohl einen Kampf führen zu müssen.

Quelle: https://www.mcsweeneys.net/articles/an-open-letter-to-people-who-use-the-battle-metaphor-for-other-people-who-have-the-distinct-displeasure-of-cancer

Allein das Intro schlägt mit – sinngemäße Übersetzung – einer harschen Kritik auf den Leser ein:

„Liebe Menschen, die die „Kampf“ -Metapher für andere Menschen verwenden, die das eindeutige Missfallen an Krebs haben, wenn ich an dieser rezidivierten, refraktären akuten myeloischen Leukämie sterbe und Sie mich posthum als „krebsverloren“ bezeichnen, schwöre ich bei Gott, dass ich von jedem Ort zurückkomme an den meine Seele geschickt wurde, um bis an das Ende Ihrer Tage die lebendige Scheiße aus Ihnen raus zu jagen.“

Ich denke mir immer, was ist mit denen, denen es nicht so gut geht oder die gar von uns gegangen sind. Sind das alles Schwächlinge, weil sie am Ende den „Kampf“ verloren haben?

Wenn auch nur irgendwer nach meinem Ableben Formulierungen nutzt, wie: „Er hat gekämpft bis an sein Lebensende!“ oder „Er war so stark, aber der Krebs war stärker…“ dann komme auch ich zurück und niste mich unter dessen Kopfkissen ein, um nachts kleine Nadelstiche zu verteilen. 😎

Klar, hängt es von der Art des Krebsleidens ab und auch ich habe schon genügend Schicksale kennenlernen dürfen, denen ein schier aussichtsloses Tauziehen zwischen „es wird besser“ und „fuck, es geht steil bergab“ in’s Gesicht geschrieben steht, aber was kommt nach dem Kampf?

Tapfer, aber doch verloren? Dann lieber beim Tauziehen ausgerutscht, aber doch bitte nicht immer alle kämpfen lassen, erst recht, wenn es schier aussichtslos aussieht.

Leider lese ich in letzter Zeit, auch aus eigenem Interesse, immer mehr von diesen „Kämpfergeschichten“, „Kriegen“ und ähnlichem.

Selbst ein Verlag, dem ich vor einiger Zeit ein paar Zeilen übermittelt hatte, antwortete mir, dass ich mich zu wenig mit meiner Erkrankung auseinandersetze. Hallo? Muss es immer die „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ – Tour sein? Ich glaube es ist an der Zeit den Laden mal umzukrempeln.

Lasst uns doch bitte vorher noch kurz eine weniger heroische Beschreibung für ein Lebe mit Krebs finden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 😽 ✌

PS
Alles Gute in die Schweiz! 💛

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23 Gedanken zu „MRT 09/2019 – Krebs immer Kampf & MRT-Solarium

  1. der Verlag meint, Du setzt Dich zu wenig mit der Krankheit auseinander? Finde, dass hast Du in der ersten Phase intensiv gemacht. Aber irgendwann ist auch mal gut, das Leben geht weiter (wie wunderbar!), und Leben bedeutet nicht, um den Krebs zu kreisen oder sich über die Krankheit zu identifizieren.

  2. Zitat von Charles Dickens: Gibt es eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
    Zitat vom Dalai Lama: Wir sind die Veränderung, die wir in der Welt wünschen!

  3. Ich war so froh um das Bild … zwar ein bisschen viel Hohlraum … aber besser als Glioraum! Ja, das mit dem Kämpfen hab ich mir auch schon überlegt. Wenn ein Patient nämlich stirbt, hat er nicht allein sein Leben verloren … der Krebs auch! Diese Krankheit ist dämlich! Sie tötet nicht nur den Wirt, sie tötet auch sich selber. Da ist ja jede Zecke cleverer, echt!!!!
    Aber Du hast das mal wieder wunderbar umschrieben – ich hätte es nicht besser gekonnt! Weiter so, Junge! Keep fighting … ehm … nee … mach doch, was Du willst!!! 🙂

  4. Wenn ich eines Tages diese Welt verlassen habe, wird auf meinem Grabstein folgendes stehen: Es war wunderschön, aber das Beste kommt noch. Im Sinne von Frank Sinatra, der mal sagte: The Best is yet to come.
    Wie kann ich das wissen? Ich habe schon mehrere Nah-Tod-Erfahrungen machen müssen. Daher weiß ich so ungefähr, was mich erwartet.
    Deshalb Kopf hoch. Das Leben ist hart, durch müssen wir Alle. 👍❤✌

  5. Wie ist das mit einer Nah-Tod-Erfahrung? Ich war damals etwa 10-12 Jahre alt, so genau weiß ich es nicht mehr. Vielleicht auch jünger? Ich bin beim spielen an einem kleinen Bach ins Wasser gefallen und dabei mit dem Kopf zuvor hart aufgeschlagen und muss wohl ohnmächtig gewesen sein, so dass ich eben im Wasser lag, bzw. weiter abgetrieben bin und fast ertrunken wäre, aber ein Mann hat es wohl noch rechtzeitig gesehen und mich gerettet.
    In dieser Zeit, in der ich ohnmächtig war, es kam mir vor, als würde die Zeit für mich nicht mehr existieren, bin ich durch einen Nebel gegangen und habe Stimmen gehört, die mir sehr vertraut waren. Ich konnte auch, zwar nur schemenhaft, Personen sehen, wusste aber nicht, wer das sein kann. Dabei hatte ich so ein Gefühl, dass ich so noch nie zuvor gefühlt hatte. Es war als würde alles Schlechte, die Angst, die Wut, der Hass, die Schmerzen einfach von mir gefallen sein. So als hätte ich einen Mantel ausgezogen, der das Schlechte in sich tragen würde. Es war einfach nur himmlisch schön und sehr beruhigend.
    Peng! Bäm! Schock!
    Da war ich wieder bei Bewusstsein und all die Schmerzen und die Angst usw. waren plötzlich wieder da und ich war im ersten Moment sehr enttäuscht, dass dieses schöne Gefühl so plötzlich wieder weg war.
    Der Mann, der mich gerettet hat, muss mich wohl wieder belebt haben. Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen, da ich mich nicht mehr erinnern kann, was später war oder passierte.

  6. Hallo..
    Guter Gedanke.
    ES wird einem ja schon seehhhrrrr früh eingeredet: “ Wenn du etwas (erreichen) willst, muss man dafür kämpfen..“
    Blödsinn.. Bestimmte Dinge sind trotz KAMPF nicht beeinflussbar.. Ausserdem ist KAMPF immer sehr kräftezehrend, saugt leer, raubt jegliches #gute Gefühl #, also, negativ behaftet.

    Das Thema HOMÖOPATHIE ist doch ein super Beispiel..

    Körper, Geist und Seele werden in Einklang gebracht.. OHNE KAMPF..

    Also, in diesem Sinne.. Bleibe positiv und geniesse das HEUTE mit ein wenig Planung für die ZUKUNFT und sei stolz auf dich..
    Hut ab für deine Einstellung..

    Viele Grüße

  7. Ich habe keine Erfahrungen mit Krebs, aber bin seit nunmehr 18 Jahren chronisch krank. Nach 2 Jahren „Kampf“ dagegen habe ich beschlossen, dass das dämlich ist. Seitdem lebe ich nicht GEGEN die Krankheit, sondern MIT ihr. Sie geht nicht mehr weg und ist jetzt eben ein Teil von mir. So lebt es sich gleich deutlich entspannter 🙂

  8. Danke an den Gruss in die Schweiz.
    In der Tat, auch hier werden alle Arten von Krebs in unseren Spitälern behandelt und man versucht sie zu bekämpfen.
    Ich habe einen sehr guten Draht zu einem Fahrer des Roten Kreuzes. Dieser holt fast unentgeltlich Menschen jeden Alters ab und fährt sie ins Spital oder zur Kur. Er macht dies sicherlicher schon 15 Jahre und hat mir erst kürzlich gestanden, dass praktisch Niemand lebend davon kommt, wenn bei einem Krebs diagnostiziert wird. Alle sterben früher oder später. Tragisch findet er, dass die Leute zu einer Art Versuchskaninchen werden. Ganz schlimm dann von der Schulmedizin, dass sie für einen nichts mehr tun können, da austherapiert! Aber mit den vielen, vielen Chemos, die zwischenzeitlich in den Körper reingeflossen sind, ist es ja eigentlich auch kein Wunder.
    Nur die, die dem Krebs nicht vollends den Kampf ansagen, haben die besten Chancen zu überleben.
    Im Sinne von ‚er ist ein Teil von mir‘ und ich mache das Beste daraus.
    In der Heilpratikerschule lernt man, dass Alles, was mit einem geschieht, einen Sinn macht.
    Und es gilt, herauszufinden, was der Sinn von dem und dem nun für mich ist.

    Erik, ich bin froh, dass es Dir soweit gut geht und ich hoffe, noch viel von Dir lesen zu dürfen.

    Gruss zurück nach Deutschland.

    Chantal

    1. Hey Chantal! 🙂
      Vielen Dank für diese Geschichte. 🙂 Es gibt auch hier in DE so einige ehrenamtliche Vereine / Menschen wie z.b. den Heldencamper 😀 der ist mit allem medizinischem ausgestattet und ermöglicht einem Schwerkranken noch die letzte Reise. 🙂

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