Kleine Warnsignale, große Wirkung

Kategorien Logbuch / Tagebuch

Früher gehörte ich zu der Sorte Mensch welche man im Schlaf ausrauben konnte. War ich müde, so war es problemlos möglich immer und überall zu schlafen. Wenn noch Alkohol dazu kam, so konnte man mir problemlos die Jacke mit einem Skalpell aufschneiden, um an den Inhalt meiner Innentasche zu gelangen, während ich auf der Bank vom Bahnhof eingeschlafen bin weil die nächste Bahn erst wieder in 30 Minuten kam.

Jeder Mensch hat bestimmte Warngeräusche, Muster bzw. Signale, bei denen er wach wird. Ein schreiendes Kind, die knarrende/quietschende Schlafzimmertür oder Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr zwei Wohnblöcke weiter. Mich hätte damals selbst eine neben meinem Bett startende Ariane 5 nicht aus der Fassung gebracht.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und nach Abschluss der Radiochemotherapie bin ich – gefühlt/getestet – zum Helikopter-Pfati mutiert.

Schlafphasen getracked.
Schlafphasen

Hier bin ich nun. Die beste Alarmanlage, die jemand sich in die eigenen vier Wände legen kann.

Die Balkontüre geht auf oder zu: ALARM! Nicht, das jemand versucht im 5. Stock über den Balkon einzubrechen.

Meine Freundin klackt beim Schlafen /beim einatmen oder schnarcht ab und an leicht – ALARM! Könnte sie doch ersticken.

Auf unserem Balkon landet ein Grashüpfer – ALARM!! Hoffentlich hat er sich nicht verletzt.

Wenn ich mich, im Bett schlafend, drehe und wende macht das Bettzeug Geräusche – ALARM! Ja, ich schlafe in einer Ritterrüstung und bedecke mich mit Luftpolsterfolie.

In China fällt ein Sack Reis um und wird noch vor dem Bodenaufprall von einem Shaolin aufgefangen – ABER SOWAS VON ALARMIEREND!!! Was wäre nur passiert, wäre er einfach so umgefallen. 😮

Ich habe auf der Couch geschlafen, da sind die Katzen diejenigen, auf die ich aufpassen muss & sobald sich auch nur ein Katzenhaar durch den Wind bewegt: genau – Alarmstimmung! 🤣

Wie ich es auch drehe oder wende: ich habe einen ultra leichten Schlaf beziehungsweise mein Hirn sehr viele Alarmsignale.

Anfangs habe ich noch dagegen angekämpft, aber nach Wochen/Monaten mit stellenweise 2-4 Stunden Schlaf pro Nacht muss ich mir jetzt Hilfe holen und den Weg vom Helikopter-Pfati zurück zum Relaxo in Angriff nehmen.

Wenn jemand noch, abgesehen von:

  • Neugeborene aufnehmen
  • Ohropax
  • in diversen Ausnahmesituationen schlafen (Kriegsgebiet, Hardcore-Deathmetal Konzert, auf der Start-& Landebahn vom Flughafen,….)
  • vor dem Schlaf einen Rauchen
  • Lesen / Schreiben / Malen
  • Helene Fischer Konzerte besuchen

weitere Tipps zur Abhärtung hat, gerne her damit. 😍😁

Ich werde es bis dahin wohl oder übel einfach mit dem autogenen Training probieren. Hilft vielleicht auch gegen die ganzen Grashüpfer auf unserem Balkon. 😉✌️

In diesem Sinne: ich dreh mich nochmal um. 😁😂

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21 Gedanken zu „Kleine Warnsignale, große Wirkung

  1. Das kenne ich leider nur zu gut und ich bin froh wenn ich mal länger als 4 Stunden Schlaf finde, nicjht am Stück sondern mit kleinen Unterbrechungem.
    Mir hilft es manchmal, wenn ich nach dem Aufwachen einfach ruhig liegen bleibe, etwas entspanne und nicht zwanghaft Versuche einzuschlafen.
    Manchmal geh ich in Gedanken ans Aufstehen und baue es irgendwie in einen Halbwachtraum ein, dann kommt irgendwann nochmal eine Tiefschlafphase.

  2. die 3M-Ohrstöpsel (oranges Schaumstoffzeugs, 200 Stück kosten glaube ich 20€ knapp bei Amazon) sind finde ich VIEL besser als Oropax oder diese Billigvarianten davon. Halten viel mehr Geräusche ab.

    Ich habe auch einen richtig extrem leichten Schlaf und musste mich über Monate an Ohrstöpsel gewöhnen, und weil mir das zu teuer war bin ich irgendwann im Internet über diese gestolpert.

    Mittlerweile genieße ich diese herrliche dumpfe Ruhe wenn ich morgens aufwache vor den ersten anstrengenden Geräuschen des Tages total und werde weder von Krankenwagen noch vom Schnarchen / Wecker / Rumgepolter meines Freundes wach, vielleicht sind die auch was für dich ❤

    alles Gute!

  3. Hi Erik,
    Less schon seit geraumer Zeit mit.

    Was den leichten Schlaf angeht, befinde ich mich im gleichen Boot wie du und weiß daher wie kräfteraubend das sein kann.

    Ein paar Tipps:
    – Meditation
    – Akzeptanz: Gegen den leichten Schlaf ankämpfen ist vermutlich die schlechteste Variante, also wie du schon sagst: Kopfsache 👍
    – Möglichst wenig Hilfsmittel verwenden, erzeugt sonst eine Abhängigkeit

    Ich persönlich habe immer mal wieder mit Verspannungen im Nacken und Gesicht zu kämpfen. Durch gezielte Dehnübungen und Selbstmassage bekommt man die jedoch gut in den Griff. Und das wirkt sich komischerweise auch sehr positiv auf meinen Tiefschlaf aus! Meine Theorie ist, dass wenn der Körper rein physisch nicht ganz entspannen kann, auch kein Tiefschlaf möglich ist. 😊

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