Gefangen zwischen zwei Welten – YOLO vs. YODO

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Eigentlich schon lange vor meiner Diagnose „Glioblastom“ im Jahr 2016/2017 war ich im YOLO-Modus unterwegs – dachte ich zumindest bis dato.

Erst mit dem Hirntumor im Gepäck wurde es dann erst so wirklich real und jetzt stecke ich fest. 😅🤣

Aber was bedeutet YOLO für dich?

YOLO – you only live once / „Man lebt nur einmal

Die Entscheidung, ob und wie man sich ergebene Chancen und Möglichkeiten nutzt

  1. Kurzfristig
  2. Frei
  3. Unabhängig
  4. Einfach
  5. Ohne finanzielle Bedenken
  6. Ohne Angst
  7. Ohne Reue

Einfach nichts großartig vor sich herschieben und einfach machen.

Trips durch Deutschland, als Komparse mal in Serien mitspielen, Arbeitgeber wechseln, nach Mallorca, Florida / USA über Weihnachten, Testament, Patientenverfügung, Wohnmobiltour, Kapstadt Südafrika mit meiner Cousine, unzählige Kanutouren, Lagerfeuer und Ausflüge in die Natur, Seychellen, ein Motorradführerschein, Motorrad kaufen und noch so einiges anderes. Alles mehr oder weniger, weil ich es JETZT machen wollte, um nicht später sagen zu müssen: „Hätte ich doch…“

Und was bedeutet YODO dann?

YODO – you only die once / „Man stirbt nur einmal

Das Antonym zur Phrase YOLO wird verwendet, um eine vorsichtige Herangehensweise an Lebensentscheidungen zu beschreiben. Wahrscheinlich wurde der Begriff nur geschaffen, um rücksichtsloses und gefährliches Verhalten – das der YOLO-Generation – zu kritisieren. Also eigentlich die eingangs genannten 1) bis 7) nur mit Vorsicht genießen.

Jetzt, in einer Beziehung und mit einer der coolsten Frauen (auch wenn wir uns des Öfteren gegenseitig ziemlich auf den Sack gehen 🤣) an meiner Seite sind die Planungen schon mal nicht mehr für mich allein, sondern zu 75% gemeinsam zu betrachten.

Noch härter wird’s in der Ehe. Längerfristiger Blick und auch am besten stets ohne viel Risiko in der Zukunft.

Also ab heute einen Mittelweg finden, um die allerseits knappe Lebenszeit heute zu genießen und nicht auf den nächsten Tag zu verschieben, aber langfristige Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Stand 16.03.2020 bin ich 9 Tage rauchfrei. Habe gelernt, dass Motorrad fahren nicht immer schmerzfrei von statten gehen muss, aber auch dass ein gebrochener Arm (Hand + Ellenbogen) wieder heilt. Ich habe – in Zeiten von Corona genau richtig – wieder daheim mit Sport angefangen und achte ebenso vermehrt auf meine Ernährung und habe mir aus dem genossenschaftlichen Bücherfundus ein Buch geliehen – seit langem mal wieder einfach ein Buch lesen.

Es sind die kleinen Dinge und meist gehört auch viel Kopf (Einstellung + Überwindung) dazu.

Ich bin im Übrigen noch immer offen für ein Treffen von Glio-Patienten & Angehörigen in Berlin/Deutschland, aber aktuell muss das wohl hintenanstehen. Der Austausch in real ist aus meiner Sicht irgendwie viel entspannter als per Instagram / Mail. Sollte sich bei letzterem jemand vergessen oder ignoriert gefühlt haben – bitte einfach nochmal mailen. <3

In diesem Sinne mal wieder ein Lebenszeichen von mir & euch da draußen alles erdenklich Gute!

Wascht eure Hände, achtet auf die älteren / vorerkrankten Menschen in eurem näheren Umfeld, unterstützt euch gegenseitig (auch wenn’s nur mit Klopapier und Dosenravioli ist), seid fair zueinander und habt Verständnis für das ganze Personal im Gesundheitswesen. Seit Jahren vernachlässigt und teils auf dem Zahnfleisch laufend wird’s jetzt ´ne richtig knappe Kiste – siehe Berichte aus Italien.

Lasst Rücksicht walten, helft wo / wie ihr könnt – bietet unter Quarantäne stehenden an für sie einkaufen zu gehen o.ä. passt dabei aber stets auf eure eigene Gesundheit auf – ihr habt nur dieses eine Leben!

Grüße vom Platz 6* der Corona Hotspots in Deutschland.

Für die Statistiker unter euch:

https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd

😉

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8 Gedanken zu „Gefangen zwischen zwei Welten – YOLO vs. YODO

  1. Hi Erik, kein Kommentar zu deinem Blogbeitrag, den ich aber sehr wahr finde und da haben wir wohl alle unsere baustellen. wir sind in der bedauerlichen situation, dass wir unseren tod verdrängen können, weil wir keine lebensbedrohlichen krankheiten haben. ich halte das für einen fehler. wir sollten uns auch gedanken machen, was nach dem tod kommt. das ist möglich, denn es gibt menschen, die astralreisen beherrschen (nein, kein dummes geschwätz, auch wenn es nicht ins weltbild passt, dann ist aber das weltbild falsch, nicht die fakten!), reinkarnationsforschung, insbesondere mit kindern und nahtoderfahrungen. für eine sinnvolle lebensplanung hätten wir uns eigentlich alle am anfang unseres lebens die fragen stellen sollen: wer bin ich? was soll ich hier? wohin gehe ich? was, wenn es danach nicht vorbei ist und alle religionen recht behalten: wir sind ewiges bewusstsein, zu gast in einem körper.

    wie dem auch sein: ich habe einen wichtigen beitrag zu vitamin d gefunden, undzwar zu absorbtionsstörungen.

    dachte, das kann für dich interessant sein. ich muss jetzt meine eigene supplementierung überdenken

    1. Und wenn du dann noch auf Rechtschreibung und Grammatik achten würdest, wäre der Lesefluss viel angenehmer. Aber dennoch vielen Dank für die Aufklärung. 🙂

    2. Hallo Ja! Danke für diesen überaus intelligenten, geistreichen Beitrag. Endlich mal ein Beitrag mit Inhalt und Tiefgang……ok, Spaß beiseite. Ich weiß nicht, wie ich Dir antworten kann. Ich habe das mit einer Hand hingesaut. Du hast recht, sehr schwer zu lesen und zu verstehen. Und sowas macht Abitur! Ich dachte Du selektierst es, weil es eine spirituelle Sichtweise wiedergibt, die nicht dem Weltbild des Mainstream entspricht, (das, wie gesagt, meines Erachtens töricht falsch ist) . Was ich eigenartig gefunden hätte, da ich Dich ja nicht versuche zum Zeugen Jehova zu missionieren oder Dich animiere andersweitig bekloppt zu werden. Habe Dir unrecht getan und entschuldige mich hiermit dafür!

  2. Du triffst mit deinen Mitteilungen mal wieder richtig den Nagel auf den Kopf. Deine Einstellungen zum Leben sind super und man(n) oder Frau kann es sogar verwirklichen. Kein Kleingeld notwendig, um die Tage zu leben mit einer positiven Einstellung. Toi, toi, toi.

  3. Hallo Erik,

    Du bist wieder mal ein humorvoller Mutmacher mit Deinem Artikel, der so gut in diese Zeit passt.

    Ja, es sind letztlich die alltäglichen, schönen Dinge und gute Beziehungen, die froh und glücklich machen in dieser „allerseits begrenzten Lebenszeit“.

    Ich wohne zwar nicht um die Ecke, sollte aber (irgendwann nach Corona…;) ein Treffen stattfinden, bin ich als Angehörige auf alle Fälle interessiert. Das kommt mal auf meine „YOLO-Liste“!

    Passt auf Euch auf und noch eine gute Woche.

    Viele Grüße aus Süddeutschland

  4. Hallo Erik, ich finde deine Kommentarselektion etwas seltsam. Wenn ich dir schreibe, dass ich der Meinung bin in jeder Krankheit steckt ein Lernthema (ich erhalte spirituelle Unterweisungen. Meine Lehrer, und natürlich auch ich, haben nicht dein Weltbild, oder das Weltbild, das uns in der Schule beigebracht wird. Für uns ist das Bewusstsein der Träger des Körpers, nicht umgekehrt), ist das kein Angriff auf dich oder eine Schuldzuweisung, sondern eine Anregung. Eine Anregung, den Blick zu erweitern. körperliche Kranklheiten nicht alleine auf der physischen Ebene zu behandeln. Auch, dass du mein Kommentar zu deinem JoloBeitrag nicht postet, ist eine eigenartige Zensur.

    1. Ich muss Beiträge von neuen Kommentatoren erst Manuel freigeben, auch um Unsinn und Spam fernzuhalten. Dauert manchmal. Da ich nebenbei arbeiten gehe und nicht 24/7 das Handy in der Hand habe. 🙄❤️

    2. Du hast Dein Ei Phone nicht 24 Stunden am Tag in der Hand? Schäm Dich! Nochmal Entschuldigung. Ich habe keine Ahnung, wie Blogbeiträge- und Kommentare funktionieren.

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