Große Entscheidung treffen – trotz Glioblastom

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Zum ersten Mal steht nun eine wirklich (wirklich) große Entscheidung an und das Glioblastom schleicht sich wieder gemächlich in den Fokus meiner Synapsen.

Bis jetzt hatte ich nie (wirklich) die eine große Entscheidung zu fällen, welche mein weiteres Leben so massiv beeinflussen wird.

Ok, abgesehen von solch banalen Fragen, wie beispielsweise:

  • Welches Krankenhaus wähle ich zur Behandlung?
  • Soll ich mich wirklich einer Operation unterziehen?
  • Ernsthaft noch eine zweite OP durchführen?
  • Chemotherapie und Bestrahlung oder doch japanische Pilzsuppe und Globuli und Heilung durch Augenkontakt?
  • Brauch‘ ich wirklich ein Testament und eine Vorsorgevollmacht?
  • Sollte ich mit Hirntumor wirklich in ein Flugzeug steigen, um nach Stuttgart zum SWR zu fliegen?
  • Sollte ich wieder arbeiten gehen?
  • Muss ich wirklich meiner eigenen Mutter eine Klage vor dem Landgericht androhen, um frei über die Spendengelder verfügen zu können?
  • Soll ich, trotz Diagnose, wirklich noch Geld in die Hand nehmen und einen Motorradführerschein machen?
  • Will ich, mit dem gesundheitlichen Hintergrund, wirklich noch eine Frau in mein Leben lassen?
  • 40 Stunden pro Woche arbeiten?
  • Buch schreiben? Ja / Nein / Vielleicht?
  • Was für ein Motorrad kann ich mir nach dem Erwerb vom Führerschein wohl holen?
  • Sollte ich die Freundin in meine Wohnung lassen, zusammenziehen und somit unsere Lebensmitten zusammenlegen?
  • ….

Alles Fragen, die mich mehr oder weniger tangiert, aber nicht wirklich zum nachdenken angeregt haben. Einfach den vorliegenden Informationen und Bauchgefühl folgen.

Ich sage, angesprochen auf meine Diagnose / Prognose, immer gern, dass ich wie eine abgelaufene Margarine im leeren Kühlschrank durch das Leben schlendere. Über dem Verfallsdatum, aber hey! Immerhin ist noch was im Kühlschrank, wenn du die Tür aufmachst.  😜😂

Mittlerweile habe ich mich an das „wir“ gewöhnt und will’s nicht mehr missen. 💗
Ebenso wenig, wie mein Motorrad.  😜😂 😏

Dann war der Platz in meiner alten Wohnung irgendwie doch zu klein für uns vier (Juli, Gerald, Jimmy und Erik), daher musste etwas Neues her. Gesagt getan, nach einiger Suche eine richtig schöne Wohnung gefunden.

Da mir die Stadt die letzten Jahre viel gegeben hat (kurze Wege, gute Anbindung / Versorgung), gleichermaßen aber mehr und mehr auf den Sack ging, wurde entschieden, dass unser Viererpack irgendwann doch mal wo anders hin muss. 😂

Und da stehen wir nun,mit dem Gedanken, uns für ein paar mehr Jahre an ein Geldinstitut zu binden, um die dann eigenen vier Wände zu belagern.

Auch wenn wahrscheinlich bis an mein Lebensende (toitoitoi) der Glioblastom-Beacon über meinem Kopf kreisen wird und ich mich damit abgefunden habe, so war’s jetzt doch schon ein stückweit aufregender. Immerhin setze ich jetzt nicht nur mein Leben aufs Spiel, sondern gleich das der anderen drei mit. 😂

Nun also der Entschluss:









PS Was ich noch unbedingt mitteilen muss: Heute, beim Essen holen während der Mittagspause, lief dieser Song im Supermarkt und wurde nach ein paar Sekunden merklich lauter gedreht: 😜😘

In diesem Sinne eine Tüte gute Laune an alle da draußen und die Frage:
Wer sitzt eigentlich im Supermarkt am DJ-Pult? 😉😆

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11 Gedanken zu „Große Entscheidung treffen – trotz Glioblastom

  1. Na das nenne ich doch mal positiv in die Zukunft schauen!!! Gute Entscheidung, dann zahlt Ihr wenigstens keine Miete fuer jemand anderen. Und dann……ich kann schon die Kindlein sehen 🙂
    Supi, Petra
    PS hier ist Fruehling aetsch!!!

  2. Wenn du deine Liebste absichern willst, dann musst du auch den letzten Schritt wagen! So setzt du ihr zartes Leben nicht ganz so aufs Spiel, dann bekommt sie wenigstens Witwenrente!! 🤪Aber ich find es suuuuuper, dein Leben läuft weiter…und soooo schön! Tja, manchmal braucht das Leben erstmal eine Erschütterung, dann läufts richtig rund!!! Ach, wenn ihr einen ehrenamtlichen Hochzeitsfotografen💗 braucht……hiiieiirr!😂

  3. Hallo, ich lese seit einiger Zeit deinen Block, deine positive Einstellung zum Leben finde ich bemerkenswert, meine Ärztin hat mal zu mir gesagt man soll mit der Krankheit leben, aber nicht für sie und ich finde das bekommst du ziemlich gut hin, ich hoffe ich kann noch sehr viele von deinen Blocks lesen.
    Gruß aus Brandenburg
    Jacqueline

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